Tragen und Stillen

Bereits seit Montag läuft in Deutschland die Weltstillwoche unter dem Motto „Stillen – Fundament für nachhaltige Entwicklung“. Heute beginnt auch die Internationale Baby Tragewoche bzw. International Babywearing Week. Das merke ich insbesondere daran, dass meine Facebook Timeline nur so von Gewinnspielen von Tragetuchherstellern wimmelt. Ich mache natürlich fleißig mit, denn sollte ich gewinnen, profitiert ihr letztlich auch bald in meinen Beratungen davon.

Jetzt möchte ich euch aber erzählen, warum ich finde, dass Stillen und Tragen super zusammen passen und ich es daher spitze finde, dass diese beiden Aktionswochen sich gerade überschneiden.

Sowohl beim Tragen als auch beim Stillen ist das Kind ganz dicht an eurem Körper. Es kann euch riechen, spüren, den Atem und Herzschlag hören. Umgekehrt gilt dies natürlich auch. Wer liebt es nicht, an seinem Baby zu schnuppern? (Es sei denn, es hat ausgerechnet beim Reinheben ins Tragetuch mal wieder gespuckt, aber es schläft so schön, dass man es nicht rausholen mag.) Der Vorteil beim Tragen ist übrigens, dass auch der Papa oder die zweite Mama oder eben andere dem Kind nahestehende Personen dieses wunderschöne Gefühl miterleben und dem Kind so Nähe bieten können.

Stillen stillt (ja eben im wahrsten Sinne des Wortes) ein Grundbedürfnis des Kindes auf Nahrung. Auch das Getragen werden des Kindes wird diesem und seinen Bedürfnissen gerecht. Babys sind nicht nur Säuglinge, sie sind auch Traglinge. Anja beschreibt hier, dass Hebammen von Gebärmutterheimweh reden, „wenn die Babys auf einmal nur noch im direkten Körperkontakt und am liebsten mit ständigen Zugang zur Nahrungsquelle zufrieden sind. Denn dieses Idealszenario hatten sie schließlich rund vierzig Schwangerschaftswochen lang.“ In Mamas Bauch wurde das Baby eng eingekuschelt hin und her gewogen. Genau wie nun im Tragetuch oder der Tragehilfe.

Tragen und Stillen sind einfach praktisch. Egal, wohin ich gehe: meine Brüste habe ich immer dabei. Ich kann also nichts vergessen für den Fall, dass mein Baby unterwegs Hunger bekommt. Auch, wenn ich völlig spontan den ganzen Tag außer Haus verbringe. Mein Baby und ich brauchen keinen Strom, kein Wasser. Nur einander. Die Milch hat immer die optimale Temperatur. Zum Tragen brauche ich nur ein Tuch oder eine Tragehilfe und schon habe ich beide Hände frei, um mich um den Haushalt oder die großen Geschwister zu kümmern – oder zu bloggen.

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Familienausflug auf dem Truppenübungsgelände. M3 bekommt Hunger, aber M1 und M2 müssen nicht warten.

Stillen und Tragen kann man übrigens auch gut kombinieren. Es erfordert etwas Übung und Sicherheit – sowohl beim Tragen als auch beim Stillen, aber wenn es gelingt, ist es wunderschön und praktisch. Gleichzeitig ist es sehr diskret. Stillt man sein Kind im Tragetuch, fällt das in der Regel niemandem auf.

Best Seat 300x225 - Tragen und Stillen ( Weltstillwoche, Tragling, Stillen, BabywearingWeek )Und während ich diesen Blogartikel schreibe, schlummert mein gestilltes Baby zufrieden im „Best seat in the house“. Eine ganz klare Win-Win-Situation würde ich mal sagen.

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