Mama, hol mich hier raus!

M2 ist eine totale Wasserratte. Sie fand es schon als Baby toll, zu baden. Sie tauchte sogar beim ersten Babyschwimmkurs. Haare waschen war nie ein großes Problem. Seit längerem schon duscht sie problemlos alleine, was im Alltag sehr praktisch ist. Es macht aber auch einfach unglaublich viel Spaß mit ihr Schwimmen zu gehen.

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Plitsch, platsch – mit Fuß im Mund im Wasser

So haben wir zwei mit Freuden das Babyschwimmen, das Wasserflohschwimmen und den Seeräuberschwimmkurs absolviert. Darum dachte ich, machen wir gleich so weiter. Als nächstes stand der Froschschwimmkurs auf dem Plan. Allerdings mit einem eklatanten Unterschied: dieser findet ohne Eltern statt. M2 ist allerdings so wasserverrückt. Das Schwimmbad kennt sie gut und direkt vor dem Becken ist eine große Scheibe. Dort können die Eltern zuschauen. Also dachte ich, das wird kein Problem.

Das erste Mal ging sie gerne hin. Lange schon war sie voller Vorfreude, denn der letzte Schwimmkurs lag nun mehrere Monate zurück. Allerdings verhielt sie sich äußerst schüchtern. Sie schwamm augenscheinlich etwas lustlos hin und her. Dennoch hatte sie nach eigener Aussage Spaß und die Schwimmlehrerin fand sie toll.

Beim zweiten Mal wollte sie direkt am Anfang auf den Schoß der Schwimmlehrerin. Wieder machte sie irgendwie mit. Aber fröhlich wirkte sie nicht. Wenn die Kinder der Reihe nach etwas tun sollten, traute sie sich immer nur als Letzte und fror in der Zwischenzeit. Zur Spielzeit am Schluss sah ich noch, wie sie erstaunlich schnell zu den Spielsachen ging. Ihr Objekt der Begierde wurde ihr dann jedoch weggeschnappt. So ging sie wieder zurück ins Wasser und dümpelte vor sich hin. Alleine.

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Heute wollte sie nicht zum Schwimmen. Trotzdem mal hinfahren, kann sich ja noch ändern. Doch das tat es nicht. Dummerweise hatte ich das Tragetuch für M3 vergessen und war damit etwas unflexibel. Unter Tränen ging M2 in das Schwimmbad. Und ich schnell wieder zum Mamaschauplatz, da dort inzwischen M3 mit einer anderen Mutter hin war. Ich sah M2 im Becken. Sie weinte immer noch. Die Schwimmlehrerin – leider eine andere – versuchte meine Kleine zu trösten. Aber dann war da dieser flehende Blick in meine Richtung. Sie sah so furchtbar hilflos aus. Ihr Blick sagte „Mama, hol mich hier raus!“ Und das tat ich. Sie schwamm zu mir, ich half ihr beim Duschen und zog sie um (während M3, zum Glück bei bester Laune, bei den anderen Mamas blieb). Die Schwimmlehrerin kam noch raus, um zu fragen, ob soweit alles okay sei. Naja, nicht wirklich. „Sie ist eigentlich total die Wasserratte und das hat ja keinen Sinn, wenn ihr das hier total madig gemacht wird.“, erklärte ich.  „Sie muss sich daran noch gewöhnen!“ Nein, das muss sie nicht. Mein Kind muss sich nicht innerhalb eines zehnwöchigen Kurses in ihrer Freizeit daran gewöhnen. Der Kurs sollte ihr Spaß machen. Das tut er nicht.

M2 drückte mich ganz fest an sich. „Ich hab dich lieb, meine Kleine.“ „Aber ich bin doch groß.“ „Stimmt. Ich hab dich lieb, meine Große.“

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Am Sonntag gehe ich mit ihr Schwimmen. Das wird toll!

3 Kommentare

  1. Genau so ist es bei uns mit dem Turnen. Schade, aber wir versuchen es dann einfach in ein paar Wochen oder Monaten noch mal.

    1. Sollte sie da auch alleine rein? Ich denke auch, man kann immer nochmal gucken, ob es irgendwann wieder passt. Vielleicht hat M2 zum Seepferdchen dann Lust, da mit zu machen. Und wenn nicht – dann eben nicht!

      1. Ja, das wäre auch alleine. Aber es soll ja Spaß machen und wenn das ohne Mama nicht der Fall ist, dann ist es gerade nicht das Richtige.

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