Dieser Film läuft mir zu schnell

Was war das für ein Jahr?! Ich weiß, es ist noch nicht zu Ende, aber wenn es so rasant voranschreitet wie bisher, ist es nur noch ein tiefer Atemzug bis alle wieder „Frohes Neues“ rufen und das nächste Jahr beginnt.

Silvester 1024x768 - Dieser Film läuft mir zu schnell (  )

Es ist noch keine zwölf Monate her, da ging M2 in die Krippe, ich war schwanger und als Erzieherin im Beschäftigungsverbot. M1 ging natürlich in die Schule und in den Hort. Dass M2 im Sommer in den Kindergarten kommt, war klar. Zumindest als wir endlich die Platzzusage hatten. Wir überlegten noch, wie lange ich denn nun in Elternzeit gehen würde und ich freute mich auf die schöne Babyzeit. M1 meldeten wir aus dem Hort ab, denn nun war klar, dass ich bis Ende seiner Grundschulzeit nicht mehr arbeiten gehen würde.

M3Birth 300x225 - Dieser Film läuft mir zu schnell (  )Nachdem mir die gegen Ende der Schwangerschaft verordnete Bettruhe sehr zu schaffen machte und die Zeit damals nicht vergehen wollte, war dann doch ganz plötzlich M3 da. Und rumms, seit sie bei uns ist, rennt die Zeit nur so. Es fühlt sich an, als gäbe es kein davor. Wir zu viert, das kommt mir vor, als wäre es ewig her – unvorstellbar. M3 gehörte zu uns, von Sekunde eins an. Sicherlich half die spontane Hausgeburt ein gewisses Selbstverständnis bei allen Familienmitgliedern dafür zu entwickeln, dass sie ab sofort ein Teil dieser Familie ist.

Jetzt liegt sie neben mir und ist bereits ein halbes Jahr alt. Sechs Monate! Wo ist die Zeit geblieben? Es ist so abgedroschen und doch so wahr:

Die Zeit mit Kindern rennt!

Und:

Sie werden so schnell groß!

Mein Baby kann schon robben und so überall hinkommen, wo sie möchte. Sie flirtet, macht Quatsch und lacht ganz viel mit uns. M3 meckert deutlich, wenn ihr was nicht passt, ist aber ebenso schnell wieder ruhig, wenn sie hat, was sie möchte (wahlweise Brust, Aufmerksamkeit, einen bestimmten Gegenstand oder eine frische Windel).

MutigM2 300x225 - Dieser Film läuft mir zu schnell (  )Die Entwicklung von M2 in den letzten Monaten ist ebenfalls enorm. Sie drückt sich so toll aus, ist total selbstständig und selbstbewusst geworden (in ihrem sicheren Rahmen). Sie bringt uns täglich mit einem ihrer besten Sprüche zum Lachen. Mindestens einmal täglich!

M1 hatte kürzlich seinen 9. Geburtstag. Wann ist das bitte passiert, dass ich einen so großen Sohn bekommen habe? Ein wenig verwirrt mich das Ganze ja. Wie kann ich die Mama eines 9-Jährigen sein. Mein Halbbruder war doch gerade erst neun. Wobei der mittlerweile fast über mich hinausgewachsen ist, denn er wurde diesen Sommer dreizehn. Und Sohnemann fährt mittlerweile selbstständig zu Freunden, nimmt M3 auf den Arm, wenn sie schimpft. Liest ein Buch nach dem anderen.

2016TOLL - Dieser Film läuft mir zu schnell (  )
Facebook Post von meinem Geburstag Anfang des Jahres

Und was ist aus mir geworden? Mein Jahr war bombastisch. Wie ich es vorausgesehen hatte. Maßgeblich haben dazu natürlich meine tollen Kinder beigetragen, aber auch sonst: Anfang des Jahres war ich schwanger mit den beiden Kindern in München, um meine superliebste V zu besuchen. Später verschlug es mich für einen Tag mit M3 nach Berlin, um beim Petitionsausschuss Michaela Skott für Mother Hood zu lauschen. Ich wurde in meinem Ehrenamt immer engagierter. Ende November veranstalte ich ein Erzählcafé in Oldenburg. Ich lernte on- und offline, dass ich mir mehr zutrauen kann. Ich muss zum Beispiel keine Hebamme sein, um mich für Geburtskultur zu interessieren und mich da einmischen zu dürfen. Ganz im Gegenteil. Ich bin als Frau und Mutter kompetent. Und wie!

Ich habe festgestellt, netzwerken macht mir Spaß – mich austauschen, leidenschafltich bei einem Thema zu sein. Das Stoffwickeln hat mich schon vor und dann auch nach M3s Geburt gepackt. Kurz darauf ging es an die Theorie und dann zum Praxistag nach Hamburg (mein zweiter Besuch in diesem Jahr dort und beide Male verbunden mit dem Wiedersehen einer tollen Freundin mit ihrer wunderbaren Familie). Ich bin jetzt Stoffwindelberaterin. Und nun ist mein Koffer gepackt für die nächste Reise. Morgen geht es los. Moin Moin Hamburg again: ich werde Trageberaterin. Jawohl! Anfang Oktober habe ich diesen Blog gestartet und merke, dass ich gar nicht so viel Zeit, wie Ideen für Texte habe.

2016 ist noch nicht vorbei. Doch dieser Film läuft mir zu schnell, ich musste jetzt einmal innehalten. Kurz Pause gedrückt und zurückgeschaut. Nun kommt der Endspurt und dann noch eine hoffentlich besinnliche familiäre Vorweihnachtszeit. 2017, ich bin gespannt, was du mir bringst! Ich freue mich – auch darauf, mir diesen Film eines Tages anzuschauen und mit vielen Jahren Abstand stolz auf mein früheres Ich zu sein. Und darüber mit meinen Enkeln zu reden, die auch schon wieder viel zu schnell groß werden…

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