Each woman is a rose #RosRev

Der 25. November ist ein wichtiger Tag für Eltern weltweit. Es ist seit 2013 der internationale Roses Revolution Day. Ich selbst habe davon erst letztes Jahr erfahren und bin darüber sehr dankbar. Darum ist es mir auch so wichtig diese Information weiter zu streuen.

4b4064 5e2b1adcd65b480a9c16962502db3d30 e1479332455730 - Each woman is a rose #RosRev ( Trauer, Roses Revolution, Geburt )Also, worum geht es am 25.11. und was hat es mit der Rose auf sich? Allgemein gilt die Rose als ein Symbol der Weiblichkeit. Wir Frauen sind zarte und kraftvolle Wesen zugleich. Dies zeigt sich besonders, wenn wir gebären. Gewalt unter der Geburt ist gleichermaßen ein Tabuthema und ein alltägliches Phänomen. Leider. Daher wurde ein Aktionstag ins Leben gerufen, der einerseits das Schweigen bricht (#BreakTheSilence) und zudem Frauen die Möglichkeit gibt, aktiv mit ihrem Schmerz und ihrer Trauer umzugehen. Wer mag, kann einen Brief schreiben und ihn zusammen mit einer rosa Rose an dem Ort, wo ihr Unrecht getan wurde, ablegen. Mancherorts wird hierzu auch Begleitung angeboten. Es erfordert Mut, diesen Schritt zu gehen. Ich selbst habe gezittert, als sich die Kreißsaaltür öffnete und ich mit meiner Rose da stand. Daher: holt euch Unterstützung, wenn ihr sie benötigt. Auf der Facebook Seite der Roses Revolution Deutschland findet ihr ein entsprechendes Dokument. (Link aktualisiert auf das Dokument von 2017!)

Sind Schmerzen bei der Geburt nicht normal? Was ist denn Gewalt unter der Geburt?

Noch lange bevor es soweit ist, malen sich viele junge Frauen die Geburt ihres Kindes aus. Dass es die größtmöglich vorstellbaren Schmerzen mit sich bringt, glaubt jede zu wissen. Aber dass diese, sobald man das süße kleine Baby in den Armen hält vergessen sind, versichern einem auch alle. Alles in allem bereitet man sich auf eine langwährende schmerzvolle Phase vor, dessen Resultat alles wieder gut macht. Doch so ist es nicht!
Kürzlich habe ich mich mit einer kinderlosen Freundin genau darüber unterhalten. Als wir beide Teenager waren, äußerte sie schon Angst vor der Geburt. Als ich ihr erzählte, wie bestärkend und wunderschön ich insbesondere die Geburt meiner Jüngsten fand, war sie fasziniert von dieser Sichtweise.
Nun habe ich drei Geburten hinter mir und auch wenn jede Geburt einzigartig ist, kann ich eines mit Gewissheit sagen: der vermeintliche Geburtsschmerz ist nichts im Vergleich zu dem, was von außen auf uns Frauen einwirkt. Es ist nicht egal, wie und wo wir gebären. Die Geburten, die wir erleben, prägen uns.

Mindestens jeder Geburtstag unseres Kindes erinnert uns an dieses Ereignis. Ich habe mehrfach den Geburtstag meines Sohnes damit eingeläutet, im Bett liegend zu weinen bis ich genug getrauert hatte, um anschließend freudig meinen Sohn begrüßen und mit ihm den Tag feiern zu können. Denn das sollte dieser Tag sein: ein Grund zur Freude über den Menschen, der geboren wurde und seitdem mein Leben bereichert.

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Es hat mir sehr geholfen, letztes Jahr genau diese Gedanken aufzuschreiben und zusammen mit einer Rose vor dem Kreißsaal, in dem mein Großer zur Welt kam, abzulegen. Es ist noch lange nicht alles vergessen. Vergessen werde ich es nie. Doch immerhin hat mich diese Erfahrung auf den Weg gebracht, mich mit der Art wie hierzulande (und auch anderswo) mit Frauen unter der Geburt umgegangen wird, auseinanderzusetzen. Ich habe viel gelernt und weiß heute, dass ich zu vielem „Nein“ hätte sagen können. Dieses Wissen nun zu haben, macht es nicht wieder gut, aber ich konnte daraufhin zwei wundervolle selbstbestimmte, interventionsarme Geburten im Geburtshaus und zu Hause erleben, bei denen ich respektvoll begleitet wurde.

Robina Profilbild 300x300 - Each woman is a rose #RosRev ( Trauer, Roses Revolution, Geburt )Doch genau diese Art der Geburtsbegleitung ist bedroht. Deshalb engagiere ich mich bei Mother Hood. Auch dazu hat mir die Geburt von M1 die Kraft gegeben. Ich wünsche mir für meine Kinder, Schwestern und Freundinnen, nicht solche Erfahrungen machen zu müssen. Deswegen fordern wir u.a.: 1 zu 1 Betreuung unter der Geburt! Egal wo. Die detaillierten Forderungen von Mother Hood e.V. kannst du hier nachlesen und dich uns anschließen.

Zum Glück ist ja alles gut gegangen?

Was mir noch besonders wichtig ist: wer Gewalt unter der Geburt erfahren hat, sei es nun psychische oder physische, darf trauern. Der Satz „Hauptsache das Kind ist gesund“ gilt nicht! Der Erwartungsdruck an die glückliche Mutter ist hoch und kaum einer will begreifen, dass nicht alles eitel Sonnenschein ist, wenn einem Unrecht widerfahren ist. Auch hat die Mutter in keinem Fall Schuld. Sie hätte sich nicht vorher besser informieren müssen. Ebenso ist es nicht ihre Aufgabe, unnötige Interventionen abzuwenden, sondern wir müssen eine Geburtskultur etablieren, in der nur das nötigste gemacht wird. Wer ein Geburtstrauma erlitten hat, darf sich Hilfe holen. Ob eine Mutter eine positive Geburtserfahrung hat oder nicht, darf nicht vom Einkommen, Bildungsstand, der Herkunft oder dem sozialen Status abhängen.Doch solange dies nicht der Fall ist, werden wohl weiterhin Frauen niedergemacht, ungefragt geschnitten, auf das Gebärbett genötigt oder unter psychischem Druck um eine schöne Geburt, einen Tag, an den frau sich ihr Leben lang erinnern wird, gebracht. Lasst uns gemeinsam das Schweigen brechen und die Rosen sprechen lassen.

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Dieser Artikel entstand angestoßen durch Nora Imlaus Blogparade.

2 Kommentare

    1. Hallo Julia,
      vielen Dank für deine Kritik. Ich möchte mit diesem Begriff niemanden angreifen oder den individuell empfundenen Schmerz kleinreden. Ich schreibe hier über meine persönliche Erfahrung. Vielleicht interessiert dich ja Hypnobirthing und der Weg zu einer schmerzfreien Geburt. Wenn du damit nichts anfangen kannst, ist das auch okay.
      Liebe Grüße, Elena

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