Bitte, tut das nicht

Wieso trägt die ihr Kind? Das kann doch schon selbst laufen.

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Du lässt es an der Brust nuckeln bis es schläft? Es hat doch gar keinen Hunger mehr – wird Zeit, dass es lernt, selbst einzuschlafen.

Solche und ähnliche Sätze begegnen uns immer wieder. Entweder im Bekannten- und Verwandtenkreis oder online. Diese Kommentare treffen einen ungefragt und unverhofft. Ich frage mich dann, wie Leute reagieren würden, wenn ich ihre Bilder so kommentieren würde.

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Du isst im Restaurant? Du kannst doch schon selbst kochen.

Also ich denke, es ist an der Zeit, dass du alleine ins Bett gehst, du bist schließlich schon Zwölfundzwanzig und somit mehr als alt genug, das zu schaffen. Oder hat dir das keiner beigebracht?

Ja, die lieben Kleinen sollten wir bloß nicht verwöhnen, sonst gewöhnen sie sich das noch an und erwarten womöglich im Erwachsenenleben auch, dass andere sie umsorgen und liebevoll mit ihnen umgehen. Wo kämen wir da denn hin? Also, bitte: Tut das nicht!

Und nun mal allen Zynismus beiseite. Wovor haben diese Menschen eigentlich Angst? Was kann passieren, wenn ein Kind, das schon laufen kann, doch getragen wird? Was erfährt ein Kind, das an der Brust der Mutter einschlafen darf? Was wird aus einem Kind, dessen Bedürfnisse erkannt und erwidert werden? Richtig, es macht die Erfahrung, wertvoll und geliebt zu sein. Ist das nicht schön? Ist es nicht das Gefühl, nach dem wir uns alle sehnen?

Also bitte: gebt euren Kindern all die Liebe und Nähe, die sie brauchen. Tragt sie, tröstet, kuschelt und stillt. Tut was ihnen und euch gut tut und dann werden sie eines Tages genau die empathischen und liebevollen Menschen, die wir so gerne um uns haben. Unsere Gesellschaft braucht freundliche Mitmenschen, die uns unterstützten, wenn wir etwas nicht können. Jeder wünscht sich Freunde und Partner, die immer da sind, wenn wir zu etwas zwar fähig sind, aber uns über Hilfe freuen. Lasst euch verwöhnen und bitte verwöhnt eure Kinder von ganzem Herzen.

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5 Kommentare

  1. Oh ja, genau so und nicht anders…. bitte! Unseren wunderbaren Kleinen UND uns zuliebe sollte es doch genauso sein. Ich stille unser dritten kleinen Prinzen und es gibt nichts schöneres zu sehen wie er satt und zufrieden, im tiefen Vertrauen geliebt zu sein, langsam einschläft… und sich dann selber „abdockt“ wenn er soweit ist… Danke für die schönen Worte :)

  2. Wunderschön geschrieben, danke für den tollen Artikel <3 Wir sind auch Trage Eltern und unser 12 Wochen alter Sohn schläft sogar mit bei uns im Bett. Wir genießen das so, einfach herrlich. Leider wird man oft nicht verstanden und auch wir bekommen ständig Sätze zu hören wie "ihr verwöhnt euer Kind" "es gewöhnt sich daran, lasst es bloß nicht in euren Bett schlafen" :) Schade aber vielleicht werden die Menschen irgendwann verstehen das man seinen Kind damit nichts schlechtes tut, sondern im Gegenteil, die Babys von früh an lernen das sie geliebt werden und die Bedürfnisse befriedigt werden. Ich könnt als Mami heulen wenn ich höre das manche Eltern ihr Neugeborenes in einem extra Zimmer schlafen lassen.

    1. :-) Bevor unser Goldkindchen geboren wurde, fand ich den Gedanken daran, es in unserem Bett schlafen zu lassen, total unangenehm und fühlte mich schon im Voraus eingeengt und schloss für mich schon mal kategorisch aus, dass es so kommen würde. Als mein Mann dann sagte, dass sie wohl das erste Jahr in unserem Schlafzimmer schlafen würde, habe ich ziemlich empört reagiert und gesagt, dass das höchstens ein halbes Jahr der Fall sein würde. Was soll ich sagen? Jetzt ist der Smartie 18 Monate alt und schläft eigentlich IMMER in unserem 1,40 m breiten (oder schmalen) Bett. Und ich find’s schön! Und sehr, sehr entspannt. Über zu wenig Schlaf kann und konnte ich eigentlich nie klagen :-)

  3. So ein liebevoll geschriebener Artikel… Seit dem unser Sohn da ist, haben wir das Gefühl hier im Osten ständig und mit allem was wir tun überall anzuecken. Ob es nun ums Tragen (ihr schädigt den Rücken eures Kindes!), um die Beikost ( Wollt ihr ihn den ewig an der Brust nuckeln lassen? Er braucht jetzt Fläschchen oder Brei. – nach dem 3. Lebensmonat), Betreuung bei der Familie (Wir können ihn doch jetzt mal übers Wochenende nehmen! – ab dem 4. Lebensmonat), alleine spielen (Er muss sich doch nun mal ein paar Stunden selber beschäftigen können. – ab dem 5. Monat), .. Alles haben wir falsch gemacht. Mittlerweile kommen keine direkten Kommentare mehr, weil alle bemerkt haben, dass wir nicht auf sie hören und das auch nie tun werden. Trotzdem ist es eine unheimliche Belastung von außen.

    Übrigens: Seit dem er ein halbes Jahr ist und er ein unglaublich freundliches und aufgeschlossenes Kind geworden ist (er ist mittlerweile zweieinhalb) fällt öfter der Satz: Er ist ja so ein Sonnenschein. Ganz die Oma.

    Tja, was soll man dazu sagen?

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