Endgegner

Heute ist wieder einer dieser Tage, an denen man denken könnte „Ach, diese Attachement Parenting Scheiße macht mich noch fertig“.

Die lange Eingewöhnung dauert bei uns tatsächlich sehr lange. Länger, als ich es vermutet habe. Es ist nicht einfach. Meine Tage sind lang und Koawach ist meine neue Droge am Morgen. Ich verfluche es manchen Abend. Wenn ich da sitze, mit meiner ellenlangen To Do Liste. Um halb neun abends. Ich möchte schlafen. Oder eine meiner Lieblingsserien von früher gucken. Oder Nintendo zocken mit meinem Mann. Oder eines der vielen Bücher lesen, die gestapelt auf mich warten.

Aber es geht nicht. Der Tag war wieder zu kurz. Also muss ich am Abend das Nicht-Geschaffte aufholen. Nützt ja nix.

Und nun ist zu allem Überfluss das Kleinkind krank. Um halb zehn werde ich angerufen, wegen untröstlich in der Krippe weinendem Kind. Natürlich lasse ich meine Arbeit stehen und liegen (wortwörtlich, der Laptop bleibt ich sogar an) und düse los. Ein bisschen genervt, weil ich wieder nicht fertig werde, mit dem, was ich mir für die erhofften fast zwei Stunden Krippenzeit vorgenommen hatte. Zuhause dann schläft mein krankes Kind direkt an meiner Brust ein. Das räumt mir etwas Arbeitszeit ein.

Ehrlich gesagt bin ich müde, sehr sogar. Und ich wünschte mir, ich könnte bereits jetzt jeden Vormittag zumindest vier Stunden konzentriert arbeiten. Das mit der Konzentration am Abend ist nämlich so eine Sache… Am nächsten Tag nimmt Hendrik frei, krank am Kind, und ich kann etwas aufholen und vor allem den Termin zur Trageberatung wahrnehmen. Diese Vereinbarkeit mit Kind ist gar nicht so einfach und dann auch noch bedürfnisorientiert – puh.

Aber: ich suche mir das so aus. Es ist für mich der richtige Weg, auf die Bedürnisse meiner Kinder Rücksicht zu nehmen. AP funktioniert für uns als Familie. Es ist für mich alternativlos bei dem, was ich mir für meine Kinder wünsche. Ich weiß, dass auch meine Jüngste irgendwann selbstständiger wird. Es ist nur dieser Moment, die wenigen Jahre. Eines Tages, ich sage es euch, da werden Hendrik und ich wieder Abend um Abend zocken bis wir den Endgegner besiegen. Heute ist der Endgegner die Müdigkeit. Ich kämpfe jeden Tag ein bisschen. Supermom im Einsatz! Quasi ein Real Life Battle.

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Bis unsere Tage und Abende wieder zweisam werden schiebe und trage ich euch – wohin ihr wollt, solange ihr es braucht.

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