Weil ich ein Mädchen bin

Emanzipation war für mich früher ein Schimpfwort. Ich habe es automatisch mit Alice Schwarzer (die nun auch noch meine Namensvetterin ist) in Verbindung gebracht. Und diese Art Feminismus passt einfach nicht zu mir. Auch heute noch nicht. Aber ich durfte entdecken, dass es auch anders geht. Und ich weiß mittlerweile, wie wichtig es ist, die Rechte von Mädchen zu stärken.

Internationaler Mädchentag

Es ist wohl allgemein bekannt, unter welch immensen Einschränkungen Mädchen in anderen Teilen der Welt leben müssen. Viele erhalten keinen Zugang zu Bildung, so ein wertvolles Gut. Auf die grausamen Genitalverstümmelungen hat mich damals das Buch Wüstenblume* von Waris Dirie aufmerksam gemacht. Und kürzlich habe ich ein Video gesehen, in dem es darum ging, dass anderswo Mädchen als verteufelt gelten, sobald sie ihre Regel haben.

Wir geben Leben – yeah!

Auch hierzulande sind die Monatsblutungen für viele noch ein Tabu. Vorgestern Abend sagte meine Tochter, dass es schade sei, dass Papa nicht stillen kann. Wir highfiveten kurz darauf, weil unsere Körper zu so genialen Dingen fähig sind. Unser Körper blutet einmal im Monat. Er hatte sich bereit gemacht, um Leben wachsen zu lassen. Wie cool ist das denn bitte? Und nun nähre ich meine zweite Tochter mit etwas, das mein Körper produziert.

Pippi Langstumpf und Co

Seit 2012 bin ich Mutter eines Mädchens bzw. mittlerweile von Zweien. Zuvor musste ich mit einem sensiblen Jungen, und dass dieser akzeptiert wird, kämpfen. Nun stelle ich vermehrt fest, dass es für Mädchen so wenige starke Vorbilder gibt. Sowohl in den Medien als auch im realen Umfeld. Ich wünsche mir, dass der Vergleich „wie ein Mädchen“ keine Beleidigung mehr darstellt. Ich möchte, dass meine Tochter diverse Identifikationsfiguren kennenlernt, die stark und weiblich sind und dass sie weiß, wie wertvoll sie ist.

Pink stinks

Mittlerweile reagiere ich schwer allergisch auf „rosa Mädchenträume“. Diese Rollenklischees drängen unsere Kinder in Richtungen, die vermutlich gar nicht ihren eigenen Interessen und Fähigkeiten entsprechen. Hört auf, Mädchen zu Prinzessinnen zu degradieren, sie in Kleidern besonders für ihre Schönheit zu loben und ihnen einen Körperkult vorzuleben, der nicht gesund ist. #notheidisgirl

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Ich, 6 Jahre. Mittelfinger, Zunge raus!

Meine Töchter werden eines Tages hoffentlich selbstbewusste glückliche Erwachsene. Was ich früher noch für Humbug hielt, ist mir mittlerweile klar. Gender Pay Gap, Mütterarmut im hohen Alter – all das ist kein Zufall. Auch der zunehmende Hebammenmangel erregt nach wie vor nicht ausreichend Gemüter. Die Zukunft meiner Töchter ist in dieser Hinsicht ungewiss.

Gewalt unter der Geburt ist Gewalt an Frauen

So schreibt es Mother Birth erst gestern. Ein weiteres Tabuthema, das Dank der Roses Revolution vermehrt gebrochen wird. Körperliche und psychichische Gewalt an Frauen ist hierzulande Alltag. Routinierter, von vielen akzeptierter Alltag. Bei Mother Hood e.V. bin ich Mitglied, um uns Müttern eine Stimme zu verschaffen, die hoffentlich endlich Gehör findet. Für mehr Gerechtigkeit. Für sichere Geburten!

Art. 3 GG Männer und Frauen sind gleichberechtigt.

Ich frage mich, was es noch braucht, damit in einer vermeintlich fortschrittlichen Land wie Deutschland endlich ankommt:

Wir sind alle anders. Ob Mädchen oder Junge oder trans. Wir sind unterschiedlich, aber: wir sind Menschen und hierbei völlig gleichwertig!

 

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