Gastbeitrag zur Stoffwindelwoche: In Liebe gehüllt

Hallo ihr Lieben und vielen, vielen Dank Elena, dass ich auf deinem tollen und informativen Blog Gast sein darf.

Damit ihr wisst, mit welcher Stoffiverrückten ihr es zu tun habt hier ein paar Infos:

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Mein Name ist Jasmin, ich bin 33 Jahre jung. Wohne mit meinem Mann und meinen Schwiegereltern in einem Mehrgenerationenhaus im schönen Rheinland-Pfalz und das für mich wunderbarste: Ich bin Mama von zwei ganz besonders tollen Räubern. Der Knirps ist 14 Monate und mein Großer ist 6 Jahre alt.

Beim Großen hatte ich Stoffwindeln noch nicht auf dem Schirm. Wir wickelten mit Öko-Wegwerfwindeln. Ohne Probleme! Allerdings nervten mich schon damals der Müll und der Geruch. Ich finde, Wegwerfwindeln riechen komisch, ihr nicht auch?

Als die Hebamme dann im Geburtsvorbereitungskurs des Knirpses Stoffwindeln erwähnte und kurz beschrieb, wie gut sie für Babys Haut sind, war ich sofort Feuer und Flamme. Ich surfte im Internet, las Blogs, Testberichte und schaute mir Youtube Videos an. UND ich wurde schier erschlagen von den vielen Möglichkeiten, Herstellern und Varianten. Ziemlich häufig las ich von Mullwindeln,  den Waschlappen eines uns allen bekannten Möbelschweden und Überhosen. Dies war scheinbar, die Lösung schlechthin. J Ich begann bei Ebay Kleinanzeigen zu suchen. Ich schrieb und telefonierte mit vielen super netten Stoffimamis, die jede ihre eigenen Erfahrungen gemacht und ihre persönlichen Favoriten gefunden hatten. Ich saugte alles auf und am Ende meiner Shoppingwochen hatte ich doch irgendwie von jedem System etwas im Schrank.

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So, viel zur Vorbereitung. Nicht gerechnet hatte ich mit dem starken Gegenwind in meiner Familie. Sogar mein eigener Mann war dagegen. Zu viel Wäsche, zu viel Zeit, die ich mit dem Waschen, Trocknen und Wegsortieren verbringen würde. Überhaupt „sei es doch ziemlich eklig“. Die Schwiegermama fand Stoffwindeln vorsintflutlich und die Patentante des Großen nannte mich liebevoll „Ökomutti“.

Aber all die Einwände brachten mich nicht von meinem Entschluss ab. Und zwar aus folgenden Gründen:

  1. Ich war absolut von den Stoffwindeln überzeugt.
  2. Es war unser letztes geplantes Kind, also wenn nicht jetzt wann dann.
  3. Ich bin ziemlich stur, wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe. J

Einziges Resultat der Einwände, ich ging mit meiner Entscheidung für die Stoffwindelei  nicht mehr hausieren.

Knirps Mittel - Gastbeitrag zur Stoffwindelwoche: In Liebe gehüllt (  )

Am 20.01. war es dann soweit, der Knirps war da! Endlich! Süße 3530 g schwer und 52 cm groß. Wir blieben nach der Geburt über Nacht im Krankenhaus und in dieser Nacht trug unser 2. Wunder keine Stoffwindel. Ich traute mich nicht zu sagen, dass ich mein Kind in Stoff hüllen möchte. Aus Angst vor der Reaktionen. So blieben die vorbereiteten Mullis im Koffer. Dann waren wir zuhause. Wie viele Stunden ich vor der Geburt im Zimmer des Knirpses verbracht habe, um Mullwindeln zu Dreiecken mit Steg oder Drachen zu falten, kann ich euch gar nicht sagen. Ich fühlte mich jedenfalls bestens vorbereitet. Die Realität sah allerdings ganz anders aus. Oft weinte der Knirps beim Windelwechseln bitterlich, das Dreieck dachte in solchen Situationen gar nicht daran ein Dreieck zu bleiben und der Drache flog einfach davon. Und überhaupt, wer hat noch mal behauptet, dass Onesize schon einem Neugeborenen passen? In dieser Lage war ich wirklich froh, dass uns Bekannte eine Windeltorte mit WWW geschenkt hatten. Was machte es, dass von 10 Windeln 2 WWW waren? Genau, gar nichts. Die Torte war noch nicht leer und ich hatte die Stoffis im Griff. Juhu! Kind glücklich, Mama glücklich.

Und so testete ich mich fröhlich durch meine Einkäufe: Mullwindeln mit allen möglichen Überhosen, All in Ones, Pockets, Prefolds zur Einlage gefaltet (übrigens nicht die beste Idee mit Muttermilchstuhl) usw. usw..

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Natürlich durfte ich mir jetzt, wo der Knirps da war und die Stoffis am Po trug wieder nette Kommentare anhören: „Oh, Gott wie dick der Po jetzt ist. Damit kann er sich doch gar nicht bewegen. So kann er nicht krabbeln, laufen etc. lernen!“ „Die Windel sind ja total fest. Da kann ja gar keine Luft an den Po! Pampers sind ganz weich!“ Äh, ja. Seltsamerweise kamen die negativen Äußerungen meist aus der Familie. Außenstehende waren eher interessiert. Naja, ich ließ die Kommentare zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus.

Schließlich hatte ich ein ganz anderes Problem. Die Windeln stanken! Furchtbar. Zog ich sie dem Knirps an, war noch alles okay, aber wehe, er pieselte hinein. Oh, mein Gott. Irgendetwas lief da vollkommen falsch. Also fragte ich Prof. Dr. Google um Rat. Diagnose: Ich wusch falsch. Also analysierte und testete ich. Mehr Wasser, mit Vorwäsche, mit Spülen, extra lang und natürlich wurden diverse Waschmittel auf Herz und Nieren geprüft. Hier half mir schlussendlich Sara von Stoffyplus. Denn zwischenzeitlich entwickelte mein Sohn einen unschönen Ausschlag an der Innenseite der Oberschenkel. Mit ihrer Hilfe fand ich das für uns richtige Waschmittel und ganz nebenbei heraus, dass der Knirps wohl ziemlich empfindlich ist, was PUL angeht. Wir stiegen also um auf Wolle.  Anfangs hatte ich ziemlichen Respekt vor der ganzen Sache. Schließlich muss Wolle speziell gewaschen werden und dann dieses ominöse Fetten. Aber was sollte ich machen, ich hatte Unmengen an Füllmaterial zuhause, war nach wie vor von der Stoffwickelei überzeugt und überhaupt, wollte ich es den ganzen Zweifler in meiner Familie zeigen.

Bild vom Ausschlag Mittel - Gastbeitrag zur Stoffwindelwoche: In Liebe gehüllt (  )

Innerhalb kürzester Zeit zogen diverse Wollschlupfs und Überhosen ein. Vieles wieder gebraucht, inklusive wertvoller Tipps der Vorbesitzerinnen. (Ich liebe Secondhand, wie viel Wissen ich durch solche Einkäufe sammeln konnte und wie viele nette Mamas ich dadurch kennengelernt habe, echt der Wahnsinn!)  Aber zurück zur Wolle. Das Waschen war gar kein Problem, jeder, der schon mal einen Wollpulli gewaschen hat, bekommt das hin. Und das Fetten? Ganz ehrlich, es ist ein Kinderspiel.  Ich stellte von Beginn an die Emulsion selbst her. Ein, zwei Videos bei Youtube und los ging die wilde Wollhosen-Testerei.

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Es stellte sich heraus, dass Wollhose nicht gleich Wollhose ist. Auch hier konnten wir nicht jede nutzen. Manche vertrug der Knirps, andere gar nicht. Aber ich hatte „mein“ System gefunden. Mit einigen Höhen und Tiefen, Stolpersteinen, blöden Bemerkungen und vielen, vielen Erfahrungen.

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Aber Ich liebe es mit Stoff zu wickeln. Ich liebe es, dass es manchmal 1 bis 2 Handgriffe mehr benötigt und ich mir so ganz bewusst Zeit mit dem Knirps schaffe und ich liebe es den kleinen süßen Po in Stoff zu hüllen.

Darum begann ich eine Ausbildung bei den Stoffwindelexperten und seit März dieses Jahres darf ich mich ganz offiziell Stoffwindelberaterin nennen.

Falls ihr also gerne mit Stoff wickeln möchtet, traut euch! Egal, was die anderen sagen, denken oder meinen. Und falls ihr dabei noch ein wenig Hilfe braucht, meldet euch gerne bei mir: Jasmins Stoffwindelberatung „In Liebe gehüllt“. Ihr findet mich auf Instagram und Facebook. (Anm. Links nicht mehr aktuell)

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