Vaterschaft ist mehr

Zum heutigen Vatertag hat Heiner von Vaterwelten den Hashtag #Vaterschaftistmehr ins Leben gerufen. Und obwohl mein Mann Vollzeit arbeitet und ich Teilzeit selbstständig tätig bin, sind wir sicher alles andere als Eltern mit klassischer Rollenverteilung.

Zu seiner Rolle als Papa habe ich Hendrik heute mal für euch interviewt. Und als Bonus kommen auch die Kinder zu Wort (da hat der Papa nicht zugehört!).

Interview mit Hendrik

Du bist seit sieben Jahren leiblicher Vater von mittlerweile zwei Kindern. Was bedeutet für dich Vaterschaft?

Vaterschaft bedeutet für mich, Verantwortung zu übernehmen und das gerne zu tun. Und Liebe! Liebe, Liebe, Liebe.

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Hendrik mit M1, noch bevor er leiblicher Vater wurde

Nun ist es ja so, dass du bevor du leiblicher Vater wurdest mit einer Frau zusammengekommen bist, die bereits ein Kind hatte. Wie war das für dich?

Kein Problem. Ich habe die Frau geliebt, mit allem, was sie dabeihat. Es gab M1 ja schon. Ich hatte zuerst nicht den Anspruch, irgendwie ein Vaterersatz für M1 zu sein, aber ich glaub das wurde ich halt schon. Es war für mich einfach selbstverständlich, dass ich mich da genauso mit einbringe und immer für ihn da bin oder ihn miteinschließe. Immer. Als Teil meiner Familie. Das ist quasi auch irgendwie mein erstes Kind gewesen.

Hast du dir vor der Geburt deines ersten Kindes Gedanken gemacht, was für ein Vater du sein möchtest?

Konkret nicht. Auf jeden Fall wollte ich ein guter Vater sein und für meine Kinder da sein.

Hattest du Vorbilder dafür?

Ich wusste, wie ich es nicht machen will.

Hat die Gesellschaft dein Bild von Vaterschaft mitgeprägt oder von dem, was du jetzt für ein Vater bist?

Nein, nur Teile der Gesellschaft. Es geht ja schon in eine gewisse Richtung, wie ich denke und das würde ich sagen ist nicht der Mainstream. Der ist ja eher vom klassische Rollenbild in der Familie geprägt und ich denke halt anders. Als ich Vater wurde, wollte ich auch Vater sein und das will ich auch immer und nicht nur an bestimmten Tagen.

Ist es für dich schwierig, wenn du, wie du sagst, kein „Mainstream Vater“ bist oder eben nicht wie viele andere Väter, akzeptiert zu werden?

Ja, ich habe keinen direkten Austausch mit Vätern, die so sind, wie ich. Weil einfach keiner so denkt, wie ich oder mich versteht, von den Leuten, die ich so kenne. Kolleginnen können oft gar nicht nachvollziehen, dass ich sofort nach Hause fahre, wenn mein Kind krank ist, bzw. fragen wo meine Frau denn ist oder sind irritiert, dass ich mir am Wochenende einen Wecker stelle, um Brot zu backen. Ich glaube aber auch, dass ich für manche Leute, für Bekannte oder Verwandte vielleicht ein Vorbild bin, was das angeht.

Vermisst du so einen Austausch?

Ich glaube, manchmal schon. Manchmal aber nicht. Wenn ich mit meinem Kumpel über andere Sachen rede, ist das auch in Ordnung. Und sonst rede ich einfach viel mit meiner Frau über sowas und das ist auch schön.

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frisch gebackener Papa 2012

Was sind deiner Ansicht nach die Aufgaben eines Papas?

Für die Kinder da zu sein und für sie zu sorgen.

Was ist dir im Umgang mit deinen Kindern wichtig?

Ich will, dass meine Kinder eine schöne Kindheit haben. Dass sie von sich denken, dass sie toll sind – dass sie das wissen! Dass sie aber auch wissen, dass sie mit allem zu mir kommen können. Dass ich einfach immer für sie da bin. Egal was ist, ich stehe an ihrer Seite.

Was würdest du selbst sagen, was die Verteilung der Verantwortung in der Familie angeht: Wie viel übernimmst du da?

Es sind unterschiedliche Dinge. Ich bin mehr auf der Arbeit als meine Frau, deshalb verbringt sie insgesamt schon mehr Zeit mit den Kindern. Aber in der Zeit, wo ich da bin, versuche ich schon, dass es ausgeglichen ist. Wir haben so unsere Themen, die wir ein bisschen aufgeteilt haben. Kindergarten mache ich, Schule macht meine Frau zum Beispiel. Ins Bett bringen, mache überwiegend ich. Aufstehen auch, anziehen, baden, pflegen. Meine Frau kümmert sich dann mehr um den organisatorischen Kram. Termine und so. Ich geh aber auch hin, wenn dann Arzttermine zum Beispiel sind. Ich will halt für meine Kinder da sein, wenn sie mich brauchen.

Hat dein Beruf deine Vaterschaft mitgeprägt oder eher andersrum?

Andersrum! Ich bin ja Erzieher. Als ich Vater wurde hat sich eigentlich alles verändert. Weil es was anderes ist, irgendwelche Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten als wenn man dann eigene Kinder hat. Dann versucht man doch ständig, sein eigenes Verhalten zu hinterfragen und noch mehr zu reflektieren. Weil es innerhalb der Familie eine ganz andere Wertigkeit hat, wie man mit den Kindern umgeht und das transportiere ich in meinen Berufsalltag.

Wie hast du den heutigen Vatertag verbracht?

Ich habe heute Morgen ein Brot gebacken, dann haben wir gefrühstückt. Dann hat meine Frau die Sachen gepackt und wir sind los in den Wald gefahren. Dort sind wird gewandert. Wir haben uns abgewechselt mit dem Tragen von M3, weil es ja gerade den Fuß gebrochen hat. Dann als wir wieder zuhause waren, habe ich für alle das Essen gemacht und gleich bringe ich meine Kinder ins Bett.

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Vatertag 2020

Bonus: Interview mit den Kindern

M2 und M3, ihr seid ja die beiden Kinder, die Papa zum Papa gemacht haben. Was würdet ihr sagen, mit wem kann man Papa vergleichen?

M2: Ich mag sehr viele Menschen, die auch so sind wie Papa. Ich mag auch unterschiedliche Menschen.

Du sagst, du magst Menschen wie Papa. Wie ist dein Papa denn? Was sind Besonderheiten an ihm?

Er hat viele Talente, er kann gut backen. Er kann halt vieles und das können manche seiner Verwandten auch sehr gut und ich mag sie.

Was findest du, was dein Papa ganz besonders macht?

M3: Wäsche. *kichtert

Wie zeigt euch euer Papa, dass er euch lieb hat?

M2: Er sagt uns es, er knuddelt viel mit uns, er kuschelt und er verbringt viel Zeit mit uns.

Was machst du denn am liebsten mit deinem Papa?

M2: Mit ihm spielen. Dass wir kämpfen, das mag ich sehr.

Wenn ihr euch irgendwas von eurem Papa wünschen könntet, was wäre das?

M2: Einfach ganz viel Knuddeln, Knutschen und Liebe.

M3: Eigentlich kämpfen.

Findet ihr, euer Papa ist ein Held?

M2: Ja, irgendwie schon. Bei manchen Sachen denke ich „Och Mann, ne, ey.“, wenn wir uns zum Beispiel streiten, aber manchmal denk ich „Ey, Papa, der ist echt so cool, der ist super, der ist ein Held!“

Wenn du an deinem Papa etwas ändern könntest, was wäre das?

M2: Ich würde ändern, dass er meistens so viel Zeit in der Arbeit verbringt, das find ich manchmal ganz schön doof. Trotzdem verbringt er auch viel Zeit mit uns.

Heute ist ja Vatertag. War euch das wichtig, heute was Besonderes zu machen?

M2: Nein, eigentlich nicht. Papa ist der Vatertag nicht so wichtig und uns deswegen auch nicht.

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