Am leeren Buffet

Vergleiche hinken ja immer ein wenig, daher versuche ich diese zu vermeiden, doch ich kam gerade nicht umhin, mir folgendes Szenario vorzustellen.

Auslöser war ein Post in einer Facebook Mamagruppe. Es häufen sich dort die Anfragen von werdenden Müttern, die eine Hebamme (in der Regel für die Wochenbettbetreuung) suchen und nach Empfehlungen fragen. Oft haben sie schon selbst gesucht. Erfolglos meist, weil sie sich „zu spät“ umgeschaut haben. Woher sollen sie auch wissen, dass man das viel früher tun sollte als Krankenkassen oder Ärzte es einem erzählen?

Doch warum suchen diese Frauen in einer Gruppe anderer Mütter nach Hilfe? Man stelle sich nun diese Situation vor:

Jemand geht hungrig in ein Restaurant zum „All you can eat“-Abend. Aber dort angekommen ist das Buffet leer. Nun geht diese Person im Saal umher und fragt Einen nach dem Anderen, was er denn gegessen hat. „Ich hatte vom Kartoffelgratin, das war super.“ „Nudelsalat.“ Jemand wiederholt: „Kartoffelgratin.“ „Ich habe vorhin das Hähnchen gegessen.“ „Hol dir doch was vom Kartoffelgratin.“ Aber das Buffet ist leer! Es ist zu vermuten, dass dort mal reichlich leckeres Essen stand. Nun findet man allerdings nichts mehr. „Noch eine Stimme für Nudelsalat.“, ruft eine Frau, die bereits pappsatt ist, noch rüber.

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Wer würde das tun? Würdet ihr nicht eher nach Servicepersonal suchen oder gar den Restaurantchef sprechen wollen, um euch zu beschweren? Ihr seid hungrig in ein Restaurant gekommen und erwartet zu Recht, dort Essen zu bekommen. Eigentlich sogar von einem vielfältigen Buffet. Dass die Auswahl mal nicht so riesig ist oder eventuell eine Leibspeise fehlt, ist akzeptabel, aber leere Schüsseln und Teller vorzufinden?

Euch steht die Betreuung durch eine Hebamme zu. Der Staat (sprich die Politiker) und die Krankenkassen sind in der Verantwortung, diesem Anspruch gerecht zu werden. Nicht ihr solltet verzweifelt suchen und rumfragen müssen.

Wenn ihr euch aber nicht beschwert, wird der Restaurantbetreiber am Ende nur denken, dass offensichtlich alle satt geworden sind und die Menge genau passend kalkuliert war.

Stolze Mamas, seid nicht die verzweifelt Suchenden! Werdet aktiv, werdet laut! Holt euch euer Lieblingsessen vom Buffet, denn das wollt und verdient ihr.

 

Das könnt und verdammt nochmal solltet ihr tun, wenn ihr nicht auf Anhieb eine Hebamme findet:

  • Schreibt eurem Abgeordneten, dem Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, einfach jedem, der von eurer verzweifelten Suche erfahren muss.
  • Ruft eure Krankenkasse an. Erklärt euch nicht – sie sollen euch erklären, warum sie die entsprechende notwendige Leistung nicht erbringen können!
  • Meldet die Unterversorgung beim DHV (Deutscher Hebammen Verband). Auch wenn Einzelschicksale Menschen in hohen Ämtern leider häufig nicht interessieren, Zahlen wirken. Die Karte umfasst mittlerweile mehr als 10.000 Einträge.
  • MH Logo RZ P186 4c 1024x421 - Am leeren Buffet ( Wochenbett, Mother Hood, Hebamme, Elternprotest )Werdet Mitglied bei Mother Hood. Ob ihr nun aktiv am Elternprotest teilnehmt oder als Zahlmitglied dafür sorgt, dass die Elternstimme Gewicht bekommt – euer Einsatz ist in jedem Fall wertvoll.

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